Wie kam der Safran nach Mund?
Auf welchem Wege die Safranzwiebeln nach Mund kamen, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit nachweisen. Die Knollen können auf ganz einfache Art von einem Ort zum anderen weitergegeben worden sein, sobald der Safran im Rhonegebiet Fuss gefasst hatte.
In Mund geht man auch von der Hypothese aus, dass Pilger Zwiebeln von Spanien her einführten, und zwar im 14. Jahrhundert. Santiago de Compostela in Nordwest-Spanien, eine heute zirka 70'000 Einwohner zählende Stadt, war vom 10. bis 15. Jahrhundert der wohl am meisten besuchte Wallfahrtsort Europas. Dort wird bis auf den heutigen Tag der hl. Apostel Jakobus der Ältere verehrt. Dass Spanienpilger Safranzwiebeln mitbrachten und auch eine Verbindung zum genannten Wallfahrtsort hätte bestehen können, wird durch die Tatsache erhärtet, dass anlässlich der Errichtung des Rektorates die im Jahre 1348 erbaute Kapelle von Mund ausgerechnet dem hl. Jakobus d.Ä. geweiht worden ist.
Andererseits weisen nicht wenige Autoren darauf hin, dass Söldner den Safran aus Spanien importierten. Eine Legende erzählt, dass ein Soldat asu einem Land, in dem die Ausfuhr von Safranzwiebeln unter Todesstrafe stand, eine Knolle in seinem Haarschopf versteckte und nach Mund gebracht habe.