Die Safranpflanze
Die im Herbst blühende Safranblume ist ein Zwiebelgewächs aus der Familie der Schwertlilien. Die Blüte besitzt in der Regel sechs violette Blütenblätter, einen Fruchtknoten und drei gelbe Staubblätter und wird von sechs bis neun Laubblättern überragt. Der Fruchtknoten ist gestreckt, unterständig und dreifächerig. Am Scheitel des Fruchtknotens entspringt ein langer, fadenförmiger gelber Griffel, der sich in drei dunkelrot gekerbte Narben aufspaltet. Diese Narbenschenkel sind zerbrechlich, röhrenförmig eingerollt, oben trichterförmig erweitert, gezähnt und mit Papillen versehen. Die Narben bilden das eigentliche Ernteprodukt, den Safran.
Gewöhnlich besitzt eine Blüte drei Narben. Doch wachsen zuweilen zwei Blüten zu einer zusammen, so dass dann vier bis sechs Narben gebildet werden. Mit den Narben verdoppeln sich jeweils die Blütenblätter. In Mund nennt man eine fünfnarbige Blüte „Prinzessin“ und eine Blüte mit sechs Narben „Königin“.
Die Fortpflanzung des Safrans geschieht nicht durch Bestäubung. Er ist steril, d.h. er bildet keine Frucht durch Samen aus. Der Safran vermehrt sich vegetativ durch Knollenteilung beziehungsweise über Tochterzwiebeln. In der Achse der Mutterzwiebel entstehen Achsenknospen, aus denen beim Abbau der alten Zwiebel die neuen Knollen wachsen.
Die Safranpflanze ist eine der 80 Krokusarten und von alters her die bekannteste unter ihnen, weshalb sie schon im Altertum als Königin der Pflanzen gepriesen wurde.